Das Pfaffenhütchen (Euonymus europaeus), auch Gewöhnlicher Spindelstrauch genannt, kommt weltweit, außer in Afrika, in 120 Arten (Euonymus) vor. Der Strauch ist noch recht häufig anzutreffen an Gehölzrändern, im lichten Wald, in Buschwerk und Hecken.


Im Herbst sind die karminroten Früchte des bis zu 6 m hohen Strauches (Baum) leicht zu erkennen. Die halbrunden und vier- oder fünteiligen geöffneten Früchte erinnern an einen Priesterhut. Die Äste sind mit schwach gezähnten, lanzett-eiförmigen Blättern besetzt. In den Blattachseln stehen im Frühjahr 3-9 blassgrüne Blüten in Trugdolden vereint.


Die Pflanze hat  für den Menschen überaus nützliche Eigenschaften, ist aber im Ganzen giftig. Die schönen Früchte üben auf Kinder eine magische Anziehungskraft aus. Der Genuss von 3-4 "Pfaffenhütchen" kann für ein Kind tödlich enden; für einen Erwachsenen ist diese Dosis ein starkes Abführmittel. Die starke Abführwirkung ist dem Euyonimin zuzuschreiben, welches die Darmbewegung (Peristaltik) erhöht und auch die Gallensekretion in starkem Maße fördert. Auch beinhalten die Früchte ein natürliches Insektizid, das sogenannte Evonin sowie mehrere Herzglykoside. Wegen der hohen Giftigkeit werden die Wirkstoffe des Pfaffenhütchens heutzutage nicht mehr in der Medizin verwendet.


In früheren Zeiten wurde aus den getrockneten Früchten ein Pulver gegen Kopfläuse hergestellt.
Die Zweige des Strauches wurden in einem verschlossenen Tontopf erhitzt, regelrecht gebacken. Nach dem Prozess lieferten sie eine hervoragende Zeichenkohle.