Wie verhalte ich mich, wenn ich eine Ringelnatter finde?

 

- Vollkommen entspannt und man hat allen Grund sich darüber zu freuen. Die Ringelnatter ist im Raum Eifel-Mosel-Hunsrück zwar nicht selten, doch beobachten lassen sich die scheuen Tiere eher schwer. Die Frage für den Beobachter ist doch meist, um was für eine Schlangenart es sich handelt; ist es tatsächlich eine Ringelnatter?
Vorweg, bei keiner heimischen Schlange hat man Grund, sich zu fürchten. Für den gesamten Regierungsbezirk Trier gibt es keinen haltbaren Nachweis für eine giftige Art. Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass jemand eine Kreuzotter hier gesehen hat, sind diese Beobachtungen nicht bestätigt und sehr unwahrscheinlich. Mit Sicherheit liegt eine Verwechslung mit der ungiftigen Schlingnatter vor. Das nächste Vorkommen der Kreuzotter dürfte mehr als 200 km von hier entfernt sein.

 

Woran erkennt man eine Ringelnatter?

 

- Es sind die graue Grundfärbung, die runden Pupillen und die gelben, halbmondförmigen Zeichnungen beiderseitig am Hinterkopf. Letztere sind besonders bei jüngeren Exemplaren kontrastreich ausgeprägt.
In unserer Region kommt die Barrenringelnatter (Natrix natrix helvetica) als Unterart vor. Sie besitzt in regelmäßigen Abständen mehr oder weniger deutlich rechteckförmige, schwarze Flecken an den Körperseiten. 

 

Warum sind die Ringelnattern in meinem Garten / Garage? Was suchen sie dort?

 

- Das ist schwerlich mit Sicherheit zu beantworten und kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht sind sie auf der Suche nach einem Biotop mit geeigneten Verstecken. Dabei erkunden Sie unsere Gärten und geraten gelegentlich auch in Keller, Garagen etc. Naturnahe und nicht allzu "aufgeräumte" Gundstücke bieten den Tieren auch dauerhaft Lebensraum.

 

Kann ich eine Ringelnatter ohne Gefahr anfassen? 

 

- Im Prinzip ja, doch sollte man sich im Klaren sein, dass dies für die Tiere großen Stress bedeutet. Auf zu große Aufdringlichkeit reagieren die Reptilien mit Zischen, Erbrechen, der Ausscheidung übelriechender Analsekrete und selten mit Scheinbissen. Das Bundesnaturschutzgesetz stuft die Ringelnatter wie auch alle anderen heimischen Reptilien als "besonders geschützte Art" ein, womit auch Störungen vermieden werden sollen.
Will man eine Schlange z.B. aus einem Treppen- oder Lichtschacht befreien, sollte man sich auf jeden Fall sicher sein, dass es tatsächlich "nur" eine Ringelnatter ist. Eine entlaufene oder ausgesetzte exotische Giftschlange - so selten diese Fälle auch sind - muss ausgeschlossen werden.

 

An wen wende ich mich, wenn ich eine Schlange finde?

 

- Da von allen heimischen Arten keine Gefahr ausgeht kann man die Tiere einfach am Fundort belassen. Ist man sich aber im Unklaren darüber, um was es sich handelt und muss dem Reptil aus einer unglücklichen Lage geholfen werden, so ist sicherlich die untere Naturschutzbehörde bei der Kreisverwaltung erster Ansprechpartner. Auch gibt der NABU Wittlich (info@nabu-wittlich.de) gerne Auskunft. Dazu ist ein Foto hilfreich, um die Art bestimmen zu können. Zudem sind für den Naturschutz Fundmeldungen von großem Interesse, da sich so ein Bild über die Häufigkeit und Verbreitung der Arten ergeben. Beobachtungen kann man z.B. online bei www.artenfinder.rlp.de oder www.naturgucker.de melden.

 

Wie kann ich den Ringelnattern auch in meinem Garten einen natürlichen Lebensraum errichten?

 

- Um einen für Ringelnattern dauerhaft attraktiven Garten zu haben, sollte dieser einige Bedingungen erfüllen.
Das sind an erster Stelle Versteckmöglichkeiten, wie Asthaufen, dichte Hecken oder verkrautete Steinhaufen.
Als wechselwarme Tiere sind sie auch darauf angewiesen, "Sonne zu tanken". Diese Sonnenplätze sollten nahe der Versteckplätze liegen, sodass sich die Schlangen rasch vor möglichen Räubern, wie Katzen, Rabenvögeln oder Mardern in Sicherheit bringen können.
Da sich die Nattern vorwiegend von kleinen Fischen und Amphibien ernähren, findet man die Tiere meist auch in Gewässernähe. Ein naturnaher Gartenteich oder ein Bachlauf in der Umgebung bis zu 2 km bietet dann meist den Lebensraum für die Beutetiere der Ringelnattern. 

 

 

Ringelnatterfreundlicher naturnaher Garten                         Foto: NABU Wittlich/K. Valerius
Ringelnatterfreundlicher naturnaher Garten Foto: NABU Wittlich/K. Valerius

Warum haben viele Menschen Angst vor Schlangen?

 

- Die Angst vor Schlangen ist nicht angeboren, wohl aber die Neigung eine Schlangen- wie auch Spinnenphobie zu entwickeln. Dies ergaben verschiedene Studien, die das Phänomen untersuchten. Entscheidend sind Reaktionen des Umfeldes auf diese Tiere meist schon im Kindesalter. Die Angst vor Schlangen ist also eine Art kulturellen wie auch biologischen Erbes, das in manchen Regionen der Welt angesichts hochgiftiger Tiere den Menschen und auch  Affen vor einem leichtfertigen Kontakt bewahren kann. Ein rationaler Umgang und positive Erfahrungen lassen uns diese Phobien überwinden.

 

Gibt es noch andere Schlangenarten in Deutschland? Sind sie gefährlich?

 

- Im Kreis Wittlich kommen nur Ringelnatter und Schlingnatter vor. Beide sind ungiftig und für den Menschen völlig harmlos.

Deutschlandweit kennt man weitere Arten, wie die Äskulapnatter und die Würfelnatter, ebenfalls vollkommen ungefährliche Tiere.
Kreuzotter und Aspisviper hingegen verfügen über ein Gift, das für Allergiker, ältere Menschen und kleine Kinder tatsächlich gefährlich werden kann. Beide Arten kommen in unserer Region jedoch nicht vor. Zudem sind diese Vipern sehr selten und meiden den Menschen. Die Aspisviper findet man bereits im benachbarten Frankreich. Bissunfälle mit diesen Arten sind extrem selten und ereignen sich meist nur dann, wenn Menschen versuchen, die Tiere zu greifen.

 

 

Vielen Dank für die Informationen.                                                                 Lucca Valerius (Aug. 2017)