Wildkräuterküche

Foto: Melanie Konrad
Foto: Melanie Konrad

Vielfaltssalat aus Wildkräutern

 

Die Woche der Artenvielfalt musste leider aufgrund der Beschränkungen durch die Corona-Pandemie abgesagt werden. Daher habe ich mir die Artenvielfalt ins Haus geholt und einen Wildkräutersalat daraus gemacht.

 

 

                                                                     

           Vielfaltssalat- Fotos: M. Teusch

 

Dazu habe ich die folgenden Wildkräuter verwendet:

 

 

  •       Rapunzel (Gewöhnlicher Feldsalat) (Blätter und Blüten)
  •       Knoblauchsrauke (Blätter und Blüten)
  •      Wiesen-Sauerampfer (Blätter)
  •     Kleiner Wiesenknopf (Blätter, Blütenköpfe sind verwendbar aber bitter)
  •     Wiesen-Schaumkraut (Blätter und Blüten) 
  •     Weiße Taubnessel (Blätter und Blüten)
  •    Kriechender Günsel (Blüten)
  •     Spitzwegerich (Blütenköpfe, gebraten)
  •     Weinberg-Lauch (Blätter)
  •     Gänseblümchen (Blütenköpfe)

 

Ich habe die Wildkräuter nur eingeschränkt genutzt, um meinen Mann und mich an den Geschmack zu gewöhnen. Grundsätzlich lassen sich aber meist mehrere Pflanzenteile nutzen. Besonders Knoblauchsrauke und Rapunzel eignen sich als Hauptbestandteile des Salates, weil sie in größeren Mengen vorkommen. Am meisten hat mich das Wiesen-Schaumkraut (Foto Mitte unten) mit seinem senfigen Geschmack beeindruckt. Der Sauerampfer kommt dem Namen entsprechend, aufgrund der enthaltenen Oxalsäure, sehr sauer daher. Legt man ihn aber einige Zeit in Milch ein, wird die Säure neutralisiert. Spitzwegerich-Köpfchen habe ich schon mehrfach roh gekostet. Dabei werde ich auch bleiben, denn meines Erachtens tritt ihr Pilzgeschmack nach dem Braten in den Hintergrund. Das Dressing kann man nach Belieben variieren. (ein weiteres Wildkräutersalat-Rezept findest du hier).

 

Bei der Auswahl der Wildkräuter hat mir das Buch „Essbare Wildpflanzen“ (2010) von Fleischhauer et al. geholfen. Da die Pflanzen hier nicht alle im Detail beschrieben sind, empfehle ich ein weiteres Pflanzenbestimmungsbuch, wie z.B. „Grundkurs Pflanzenbestimmung“ von Rita Lüder zu nutzen (Allgemeiner Tipp: Auf gebrauchte Bücher zurückgreifen. Das schont den Geldbeutel und die Umwelt).

 

Wichtig ist, dass

 

 

    

  •   man nur auf Flächen außerhalb von Naturschutzgebieten nicht geschützte Arten sammelt.
  • Wiesen, Weiden und Äcker den Landwirten und ihrem Vieh vorbehalten sind. Geeignete Sammelstellen sind Wiesen- und Waldränder sowie Wald- und Feldwege, die nicht gedüngt werden und nicht als Hundeklo dienen.
  •  man Pflanzen abschneidet oder mit dem Fingernagel abzwickt (es sei denn, man möchte die Wurzeln verarbeiten) und immer einige Exemplare für die Vermehrung der Pflanzen stehen lässt.
  •  man nur verzehrt, was man einwandfrei bestimmt hat.

Probiert es aus! Es ist faszinierend, wie viel Essbares vor unserer Haustür wild wächst, ohne dass uns dies bewusst ist. Alternativ lassen sich die Wildkräuter auch auf dem eigenen Balkon bzw. im Garten anpflanzen (dazu siehe: Balkonien).

 

 

 

 

Brennnesselsuppe

 

Eine weitere Bereicherung in unserer Küche hat zuletzt die Beteiligung an einer Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) gebracht. Die überraschend in die wöchentliche Kiste gepackten Brennnesseln wollten verarbeitet werden. Man glaubt es kaum, aber die so unangenehm brennende Pflanze ist vielseitig, ähnlich Spinat, einsetzbar. Als Cremesuppe hat uns ihr feiner angenehmer Geschmack bereits überzeugt.

 

Man nehme:

 

  •    500 g Brennnesseln
  •   1-2 Zwiebel
  •   1 Knoblauchzehe
  •    2 Möhren
  •   3 kleine Kartoffeln
  •  1 Becher Crème fraîche o.ä.
  •  1 Schuss Essig
  •  1 l Gemüsebrühe
  •  Salz, Pfeffer, Muskat

 

Die Brennnesseln in kochendem Wasser ca. 3 Minuten in einem größeren Topf abkochen, damit die Brennhaare zerstört werden. Nach dem Abschütten die Brennnesselblätter abzupfen. Zwiebeln, Knoblauch, gewürfelte Kartoffeln und geschnittene Möhren mit Öl in einem Topf andünsten. Mit Gemüsebrühe ablöschen und ca. 10 Minuten köcheln lassen. Dann Brennnesselblätter und Crème fraîche hinzugeben und weiter köcheln lassen bis die Kartoffeln gar sind. Pürieren. Zum Schluss mit Essig, Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.

 

 

Guten Appetit!

 

 

 


Der Spitzwegerich

 

Der Spitzwegerich ist eines meiner Lieblings-Wildkräuter.

 

Seine ungestielten lanzettlichen Blätter mit Längsfasern bilden eine Rosette am Grund. Am Ende eines kantigen Stiels befinden sich in einer Ähre dicht gedrängt zahlreiche unscheinbare Blüten, aus denen während der Blütezeit ein Kranz langer Staubfäden mit weißen Staubblättern herausragt.

 

 

Spitzwegerich, schmackhaftes Köpfchen - Foto: NABU/ Norman Schiwora

 

Der Spitzwegerich wird schon seit der Antike in der Naturheilkunde vielfältig genutzt. Seine Blätter helfen zum Beispiel zerrieben gegen Juckreiz durch Insektenstiche oder zu Sirup verarbeitet gegen Husten (weitere Informationen dazu findest du hier).

 

Aber wusstest du, dass die Blütenkolben ebenso faszinierend sind? Junge Blütenkolben noch ohne Staubfäden (von diesen gibt es gerade reichlich an unseren Wegesrändern zu finden) schmecken intensiv nach Pilzen. Ob roh im Salat oder in der Pfanne angeschmort, stellen sie eine Bereicherung in der Wildkräuterküche dar.

 


Auf arte habe ich für dich schöne kurze Videos endeckt, in denen die Geschichten über die Verwendung von verschiedenen Wildkräutern toll illustriert und informativ erzählt werden.